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MDL Stoch besucht Sontheimer Verbundschule

Zusätzliche Mittel für Krankheitsvertretung nötig

Der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch besuchte die Grund-, Werkreal- und Realschule in Sontheim und sprach mit Schulleiter Schulz, den Konrektoren Ernst Braunwarth und Daniel Ochs, dem Vorsitzenden des Elternbeirats Klaus-Otto Meyer, der Vertrauensfrau der GEW Christa Schindler und Schülersprecherin Nadja Schwarz.

Im Vordergrund des Gesprächs stand die Unterrichtsversorgung an der Sontheimer Verbundschule. Im laufenden Schuljahr, berichtete Schulleiter Schulz, sei der Direktbereich gut versorgt. Probleme gebe es allerdings im Ergänzungsbereich. Problematisch sei die Situation bei der Krankheitsvertretung. Die derzeitige Ausstattung mit Lehrkräften reiche nicht aus, um alle krankheitsbedingten Ausfälle abzudecken. Das Lehrerkollegium versucht, durch Überstunden Unterrichtsausfall zu vermeiden, was leider aber nciht immer gelinge, so Schulleiter Schulz.

"Die negative Entwicklung in der Unterrichtsversorgung dauere bereits einige Zeit an", kommentiert der Landtagsabgeordnete die bedauerliche Situation. "Sie geht aber keineswegs auf das Konto der neuen Landesregierung", verweist Stoch, "sondern ist das Ergebnis der Versäumnisse in der Vergangenheit." Nun müsse die neue Regierung die Fehlentwicklung korrigieren. Das Kultusministerium habe diesbezüglich bereits einige Maßnahmen unternommen, um die Unterrichtsversorgung zu verbessern. 711 Stellen, die die alte Landesregierung ersatzlos streichen wollte, wurden im System behalten. Bis 2016 werde die Krankheitsreserve erheblich aufgestockt, vermeldete das Kultusministerium, und für das kommende Schuljahr werde die Erhöhung um rund 200 feste Krankheitsvertreterstellen ausgewiesen.

Eine weitere Frage, die erörtert wurde, war, wie die richtigen Lehrkräfte für die ausgeschriebenen Stellen gefunden werden können. Bisher würden Personalentscheidungen zu spät getroffen, sodass qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber in andere Bundesländer oder gar ins Ausland abwandern.

Letzte Woche verkündete das Kultusministerium in Stuttgart, dass die drei Regierungspräsidien Stuttgart, Tübingen und Freiburg als Sofortmaßnahme eine Summe von weiteren 2,5 Millionen Euro zugewiesen bekommen, um den Einsatz von Krankheitsvertretern weiter zu erhöhen. Damit reagierte das Ministerium auf Rückmeldungen der Regierungspräsidien. Andreas Stoch will sich in einem bereits geplanten Gespräch mit dem Leiter des Staatlichen Schulamts in Göppingen, Hans-Jörg Polzer, dafür einsetzen, dass auch die Sontheimer Verbundschule die dringend notwendige Krankheitsvertretung erhält.

Besuch von Herr Mader (Landrat)

Anlässlich seines Gemeindebesuchs informierte sich Landrat Hermann Mader gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Kraut auch über die wichtigsten Projekte zur Qualitätsentwicklung an der Grund-, Haupt- und Realschule Sontheim.

Zunächst erläuterte Rektor Rainer Schulz den Gästen die Eckpunkte des Sontheimer Schulprogramms: „Unser Bildungszentrum besitzt den Charme einer Landschule. Wir wollen jedoch keine pädagogische Provinz sein.“ Schulen agierten heute auf einem Markt und müssten unternehmerisch denken, um im Wettbewerb bestehen zu können. „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“, so der Sontheimer Schulleiter. Dieser Herausforderung stelle man sich und habe daher im Schulterschluss mit der Gemeinde gleich mehrere wichtige Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung der Verbundschule auf den Weg gebracht.

Erste Station auf dem sich anschließenden Gang durch das Schulzentrum waren die neu geschaffenen naturwissenschaftlichen Arbeitsräume. „Eine gute naturwissenschaftliche Grundbildung der Menschen ist im Zeitalter der Globalisierung ein zentraler wirtschaftlicher Standortfaktor“, begründete Bürgermeister Matthias Kraut die umfangreichen Investitionen der Gemeinde in diesem Bereich. Dass die nach den neuesten didaktischen Erkenntnissen ausgestatteten Räume von Hauptschülern und Realschülern gemeinsam genutzt würden, sei zudem ein großer Vorteil der Verbundschule.

Anschließend besichtigten die beiden Kommunalpolitiker den gerade fertig gestellten weiteren Computerraum der Schule, dessen hochmoderne Ausstattung auch ganz wesentlich durch das beispielhafte finanzielle Engagement der Firma Röhm GmbH Sontheim ermöglicht worden war: Sie hatte insgesamt 10.000 € dafür gespendet. Rektor Schulz betonte, der IT-Unterricht habe an der GHRS Sontheim von jeher einen hohen Stellenwert besessen. Nun ließe sich der Computer als zentraler Lerngegenstand und Lernmedium noch umfassender in den Regelunterricht integrieren. Damit werde man an der Sontheimer Schule der Bedeutung der Informationstechnik in der Berufs- und Alltagswelt noch mehr gerecht.

Auf das große Interesse des Landrats stießen danach das von Schulleiter und Bürgermeister erläuterte Konzept der „Offenen Ganztagsschule“ und die Pläne des Architekten zu den notwendigen Baumaßnahmen. Der Ganztagesbetrieb wird an der GHRS Sontheim mit Beginn des Schuljahres 2008/09 für die Grundschule sowie für die 5. und 6. Klassen von Haupt- und Realschule aufgenommen.

Landrat Hermann Mader zeigte sich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der Sontheimer Schule, die eine der größten des Landkreises sei, und lobte die großen Investitionen der Gemeinde Sontheim in ihr Bildungszentrum im unteren Brenztal. „Sie haben die Herausforderungen der Zukunft erkannt und entsprechend reagiert“. Bei den stark abnehmenden Schülerzahlen sehe er im Übrigen den Verbund von Haupt- und Realschule als eine gute Chance für die künftige Schulstruktur im ländlichen Raum.

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